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Ratgeber: Tipps und Informationen zum Crossdressing

Ratgeber: Tipps und Informationen zum Crossdressing

Sind Silikon Crossdresser extreme Fetische?

„Hättest Du vielleicht Lust, mit mir etwas Schönes zu unternehmen? Ich fände es sehr erregend, wenn ich als Frau verkleidet etwas  mit Dir unternehmen könnte. Es macht mir Spaß, und ich fühle mich unglaublich wohl dabei.“

Was wohl die Chatpartnerin geantwortet hat, als sie diese Frage eines Freundes erhielt, welche sie sehr überraschte? Mutig ist die Frage auf jeden Fall, gestellt von einem Crossdresser. Doch wer sind diese Leute, die sich Crossdresser nennen? Wer bei diesem Begriff an eine schmackhafte Salatvinaigrette denkt, liegt vollkommen falsch.

Vielmehr beschreibt Crossdressing eine Art Fetisch, welcher in ganz unterschiedlichen Formen in Erscheinung treten kann. Dabei steht für die Ausübenden nicht immer die sexuelle Befriedigung im Zentrum des Geschehens. Warum ein Crossdresser nicht gleichsam eine Dragqueen ist und Crossdressing einen Platz in der Gesellschaft gefunden hat, erfährst du hier.

Was bedeutet Crossdressing?

Crossdressing meint den Wunsch von Männern und Frauen, temporär in die andere Geschlechterrolle zu schlüpfen. Männer tragen dabei zum Beispiel alltagsübliche Frauenkleidung und Frauen nehmen Männerattribute an. Er hat Spaß daran, einen Rock zu tragen; ihr macht es Freude, einen Anzug zu tragen.

Das Bedürfnis, geschlechtsgegenseitige Kleidung zu tragen, bildete sich in den 70er Jahren das erste Mal bewusst aus, wobei der Begriff Crossdressing/Crossdresser entstand. Die Mehrzahl der Crossdresser sind Männer. Ursprünglich der homosexuellen und Transvestiten-Szene entsprungen, prägten diese Bewegungen in den Anfängen Crossdressing.

Ähnlich wie bei den Dragqueens steht hierbei der Genuss am Rollenwechsel im Vordergrund. Ob eine Performance inszeniert oder lieber der stille Moment alleine im Badezimmer bevorzugt wird, ist von Crossdresser zu Crossdresser unterschiedlich. Im Gegensatz zu den Dragqueens können Crossdresser homosexuell als auch heterosexuell sein. Auch ist mit dem Rollentausch nicht immer eine sexuelle Auslebung verbunden.

Vielen Praktizierenden steht der Spaß an der Freude im Vordergrund. Insofern bleibt die Frage offen, inwieweit bei Crossdressing von einem Fetisch gesprochen werden kann oder eher von einem Hobby, ähnlich Theaterliebhabern. Crossdressing wandelte sich im Laufe der Zeit und wurde zunehmend populärer. Heutzutage findet es sich im Theater und Film, als rituelle oder kulturelle Handlung, als politisches Statement oder als Mittel zur sexuellen Stimulation.

Männer und Frauen der Historie, die Crossdressing betrieben

Viele Menschen verbinden mit dem Begriff Crossdressing primär einen Fetisch oder eine Handlung, die Lustgewinn generieren soll. Der Mann, der gerne Damen Unterwäscheträgt und es genießt, für einige Zeit in die Rolle einer Frau zu schlüpfen.

In der Geschichte finden sich Autobiographien von Personen, die Crossdressing unternahmen, um gewisse Ziele zu verfolgen. Oftmals waren diese politisch motiviert. Aus dem 13.Jahrhundert ist die Legende von Johannes Angkicus/Päpstin Johanna bekannt. Aus der Not heraus verkleidete sich Johanna als Mann, um Lesen und Schreiben lernen zu können.

Aufgrund der damals geltenden strengen Konventionen war ihr dies nur als Mönch in einem Kloster möglich. Da sie sehr wissbegierig und strebsam war, fiel sie den Vorständen auf und avancierte in den Kirchenrängen immer höher bis hin zum Amt des Papstes. Ob der Legende eine wahre Begebenheit zugrunde liegt, kann aus heutiger Sicht nicht mehr eindeutig rekonstruiert werden.

Auch bekannt aus den Geschichtsbüchern ist Mulan. Eine junge und mutige Frau, die in die Rolle eines Mannes schlüpfte und Soldat wurde. So verhinderte sie, dass ihr Vater zum Krieg eingezogen wurde und nahm seine Stelle ein.

Gerade in den berüchtigten Kriegsjahren erkannten viele Soldaten den Nutzen, sich als Frau auszugeben. So unterhielten sie sich gegenseitig in Frauenkleidern, um der Tristesse des harten Alltags zu entkommen. Doch auch Deserteure konnten ihr Leben retten, indem sie als Frau verkleidet einer Kontrolle entkamen, denn Frauen wurden damals viel seltener durchsucht.

Den Rollentausch der Geschlechter nutzte auch Viktoria Says, die aufgrund ihrer Leidenschaft für das Schießen liebend gerne Soldat werden wollte, um im Krieg dienen zu können. Da es damals noch keine medizinische Untersuchung für das Feststellen einer Eignung gab, nahm Says die Identität von „Hans dem Rekruten“ an.

Dieses Versteckspiel hielt sie drei Jahre lang aufrecht und blieb erfolgreich unerkannt. Sie wurde nach dem Demaskieren als Kriegsheldin verehrt und vor allem von den Feministinnen gefeiert, da sie mutiger agierte als viele ihrer Kollegen und ein ganzes Männerregime im Irrglauben ließ.

Sind Crossdresser Dragqueens und Transgender?

Es gibt zwischen Crossdressern, Dragqueens/Dragkings und Transgendern einige Parallelen, doch jeder ist für sich einzigartig und alle nicht miteinander zu vergleichen. Durch das Ankleiden mit geschlechtsuntypischer Kleidung geht bei Crossdressern nicht gleichbleibend Transsexualität einher. Transsexuell zu sein ist somit kein Kriterium und auch keine Bedingung für Crossdressing.

Transgender verfolgen demnach andere inhaltliche Absichten, ebenso die Dragqueens und Dragkings. Diese möchten üblicherweise in einer Show das Verhalten und Aussehen einer Frau mit humorvollen und künstlerischen Aspekten zur Schau stellen. Der Crossdresser sucht hingegen meist weniger die große Bühne, als vielmehr den persönlichen Genuss, mit Kleidung experimentieren und ausprobieren zu können.

Crossdressing und wissenschaftliche Erkenntnisse

Über Crossdressing ist weniger bekannt und erforscht, als vermutet werden könnte. Ob denn es diese Bewegung seit den 70ern gibt, lebte diese Form von Fetischismus bisher vielmals im Verborgenen. Doch zunehmend mehr Menschen haben das Versteckspiel satt und präsentieren sich mit ihren Kleidungsvorlieben in der Öffentlichkeit, unabhängig ihres Gender und Sexus.

Bisher findet die Wissenschaft keine Antworten darauf, warum und wie sich im Genauen Crossdressing als Vorliebe formt. Zwar kursieren Mutmaßungen, dass die Erziehung und familiäre Verhältnisse Einfluss darauf nehmen könnten, doch ein klares Ergebnis steht diesbezüglich nicht im Raum. Viele Crossdresser erzählen von ihren ersten Erfahrungen im Alter von sechs bis zehn Jahren, als sie begannen, mit Kleidung zu experimentieren. Zudem ist das männliche Crossdressing weitergehend erforscht als das weibliche.

Bei Frauen werden vermehrt andere Gründe als sexuelle Stimulation vermutet. Die Gleichberechtigung ist beim Crossdressing bisher nicht angekommen. Frauen können ohne Benachteiligung Hosen und Anzüge tragen, ohne eine gesellschaftliche Ausgrenzung fürchten zu müssen. Männer haben es dahingehend schon sehr viel schwerer, einfach nach Lust und Laune ein Kleid oder einen Rock anzuziehen, ohne diskriminiert zu werden.

Crossdressing in der Modewelt

Kleidung ist seit jeher Ausdrucksmittel eigener Persönlichkeitsmerkmale oder Statements. Auch Crossdressing bedient sich der Kleidung, um einen individuellen Style zu erzeugen. So wird das Verkleiden mitunter zu einem politischen Protest oder zu einem gesellschaftlichen Befreiungsschlag. Durch den Tausch der Rollen zeigt Crossdressing auf, dass jeder das tragen kann, was ihm Freude bereitet.

Geschlechterstereotypische Klischees sind ein Relikt aus vergangenen Tagen und haben auch in der Modewelt nichts mehr zu suchen. Darin beschreibt der Begriff Crossdressing auch das Kombinieren von vielen Stilen. Meist passen diese dann in ihrer Vielfalt nicht zusammen, so dass es zu einem gewagten Mix kommt.

Zudem meint Crossdressing in der modischen Welt auch das Zusammenführen verschiedener Designer. Das Vereinen von zwei Stilen, die an sich nicht zueinander passen, ließ Crossdressing erfolgreich und salonfähig werden. So spiegelt es sich auch auf dem Laufsteg wider. Frauen tragen ungeniert männliche Kleidung. Männer schminken sich und tragen High-Heels und Röcke. So mancher Crossdresser geht auf hohen Absätzen selbstsicherer als eine echte Frau.

Crossdressing als Kunstform

Crossdressing gibt es im Theater und der Kunstszene schon sehr lange. Das Verkleiden und das Wechseln von einer Rolle zur anderen ist schon seit jeher Bestandteil guten Schauspiels. Da im europäischen Raum den Frauen lange Zeit untersagt war, bei einem Theater mitzuwirken, mussten die männlichen Angestellten die weiblichen Rollen übernehmen.

Dies beinhaltete auch den Kleidertausch, der die dargestellten Frauen aufgrund schauspielerischen Könnens so wirklich nachahmte, dass der Zuschauer kaum mehr einen Unterschied wahrnahm. Bekannte Frauen in der Kunstszene waren Sarah Bernhardt und Liesl Karlstadt.

Sarah Bernhardt spielte im Jahre 1899 die männliche Hauptfigur Hamlet so überzeugend, dass niemand eine verkleidete Frau hinter Hamlet vermutete. Liesl Karlstadt agierte im Team mit Karl Valentin und spielte so manches Mal einen Mann auf der Bühne. Diese Komödien wirkten so echt, dass die maskierte Frau vollkommen hinter den Figuren verschwand.

Fazit:

Sehr oft wird Crossdressing zur sexuellen Befriedigung als eine Art Fetisch erlebt und genutzt. Der Rollentausch und der damit verbundene Wechsel der geschlechtstypischen Kleidung führt zum Höhepunkt und dem geliebten gedanklichen Fliegen. Gleich dem Einsatz von klassischen Sextoys wird dabei die Kleidung so in das Liebesspiel integriert, dass sie die Hauptrolle einnimmt.

Doch auch sonst ist Crossdressing mittlerweile in sehr vielen Lebensbereichen vorzufinden und fasst zunehmend Fuß in der Gesellschaft. Vielleicht hat auf diesem Weg das Versteckspiel für die Betroffenen bald ein Ende! Wäre das nicht wundervoll?

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